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Anfang dieses Jahres lancierte der AeCS das Programm „Young Eagles of Switzerland“: Jedes Mädchen oder jeder Knabe zwischen 8 und 18 Jahre alt, konnte sich mittels einem Talon in den einschlägigen Magazinen für einen Schnupperflug anmelden. Es wurden dann durch den AeCs „Göttis“ gesucht, d.h. Piloten, die auf Ihre Kosten solche Flüge durchführen würden. Angeschrieben wurden die Fliegergruppen und Clubs. Ich fand das eine tolle Idee und da mein Sohn an der Fliegerei so viel Interesse bekundete wie eine Kuh fürs Velofahren (!) entschloss ich mich da im Namen der FPZ mitzumachen. |
Ich rief den verantwortlichen Herrn beim AeCs an und bald darauf erhielt ich 5 Anmeldungen im Raume Zürich (Wangen-Lachen) und St. Gallen (Altenrhein) wo mein Flugmaterial stand. Dazu gab es eine mehrseitige Informationsschrift und ein Zertifikat, welches nach erfolgtem Flug dem Kandidaten ausgehändigt wurde. Dieses war mit der Unterschrift von Claude Nicollier schon versehen und der Pilot durfte dann auch noch seinen „Chribel“ darunter setzen, mit den Angaben zum Flug (Zeit etc.) und der Immatrikulation der Maschine.
Man wurde angehalten, vor dem Flug eine kleine Theorie über Aerodynamik, Wetter und Flugplatz-Organisation, Volten, zu halten. Darauf folgte der mind. 20 Minuten dauernde Flug.
Mein erster Kandidat war der 17-jährige
Manuel, Automechaniker-Lehrling, hatte bereits alle Prüfungen für den FVS
bestanden und wird anfangs 2002 in den ersten Kurs einrücken. Am 22.6. nach
der Theorie, die bei Manuel eigentlich „für d’Füchs“ war, da er schon
fast alles wusste, starteten wir mit meiner C182 CWY in St. Gallen um 16.34h,
Ausflug Zulu Richtung Toggenburg. Schon kurz nach Zulu übergab ich ihm das
Steuer und der Kerl flog wie ein Profi ! Auf meine schüchterne Frage, wo er
das denn gelernt habe, antwortete er grinsend: „am
PC dänk ! Ueber den Walensee, Sargans, Feldkirch ging’s dann zurück
nach LSZR, Landung um 17.39h.
Ein tolles Erlebnis für mich, ein total aufgestellter Junge, ausgeglichen und
mit einer gesunden Einstellung: wenn er’s nicht zum Piloten bringe, dann
lerne er später halt noch Flugzüügmech und zahle den PPL aus dem eigenen
Sack ! Ich riet ihm auch zum UL-Fliegen in Konstanz, da er ja nicht weit davon
lebt.
Meine 2 nächsten „Piloten“ holte
ich am 23.6. in Zumikon ab: Bruder (9-jährig) und Schwester 15. Wieder in St.
Gallen, Theorie am Flugi CWY, wobei der Fabio nicht so gut aufpasste – ein
richtiger „Luftibus“ schaute überall hin, übermütig und e relativ
grossi Schnurre ! (er wusste halt schon so viel !) Marion hingegen sehr ruhig.
Sie hatte gerade in der Vorwoche in einer Privatschule im Tessin die Vorprüfungen
zur Matura bestanden ! Sie sagte mir bestimmt: sie wolle Helikopterpilotin
werden. Uebrigens beweist sie später auf den Flugplätzen: sie kennt jeden
Heli-Typ auf Anhieb!
Take-off um 09.36 mit Marion Copi und Fabio hinten als Pax. Ausflug Echo und
Heading für Samaden an diesem Supertag. Auch gleich nach dem Ausflug übergebe
ich das Steuer an Marion und, der geneigte Leser ahnt es: sie fliegt wie ein
Gott ! Langsam komme ich mir schon ein bisschen komisch vor, ist den Fliegen
wirklich so leicht ? Auch die Instrumente werden seriös überwacht und sie
schaut fast nicht mehr zum Flüüger raus, bis ich ihr doch dazu rate an so
einem schönen Tag. Mittlerweile fragt mich der Fabio mehr oder weniger
gescheite Sachen, er ist halt schon etwas jünger als die Schwester ! Aber:
ich muss schon hart arbeiten:
Marion überprüfen, Heading, Höhe, Wetter, mit dem Junior „schnurre“
etc. total stresssig. Bis Davos,
über den Flüela ruhiger Flug und dann über Zernez fängt es plötzlich an
zu bocken (das ist man sich dort ja meistens noch gewöhnt – oder Kollegen
?). Katastrophe: nicht für die Marion, die versucht tapfer weiterzufliegen,
aber der Fabio fängt an zu heulen und bei jedem „Loch“ geht ein markerschütternder
Schrei duchs Cockpit, alle Beschwichtigunsversuche wie Turbulenz, Luftlöcher,
wie auf einer holprigen Strasse, Chilbi etc. fruchten nichts ! Zum Glück habe
ich ein ANR-Headset. Ich bete auch inständig zum Flüügergott, dass der
Fabio nicht „Möckli hustet“ ! Es geht zum Glück ohne, nach der Landung
in Samaden (10.22h) und beim darauffolgenden Coke beruhigt sich der arme
Kleine etwas. Ich wiederhole dann die Theorie vom Wetter und den Auf- und
Abwinden in der Beiz noch mal (er hatte eben in LSZR nicht aufgepasst – sälber
t’schuld).
11.29h t/o mit Fabio, diesmal über den Julier und siehe da: er muss nun
„arbeiten“ und die Turbulenz macht ihm fast nichts mehr aus ! Weil das blöde
St. Gallen über Mittag zu ist (12.00 – 13.30) landen wir um 12.14h in LSPV.
Dann gibt’s Bratwurst und Dessert ! Zu Lasten von
meinem Portemonnaie – notabene ! Der Gerechtigkeit halber muss ich aber
sagen, dass Marion eine 20-Fr.-Note zückt und mich einladen will, aber ich
ganz alter Gentlemen lasse mich doch nicht von einer Dame aushalten. Diese
fliegt dann auch wieder übers Toggi nach LSZR (13.29h – 13.51h)
Fazit: 9 Jahre ist etwas jung, auch
konnte Fabio kaum die Nase übers Panel strecken, trotz Kissen. Und: Frauen
fliegen wirklich fein !!
Nun gab es eine Pause bis zum 21.7. wo ich Roman (auch nur 10 jährig – mir schwante Fürchterliches !) und Matthias (16) in St. Gallen in die CWY einpackte. Start um 10.50 mit dem „Kleinen“ Roman: ruhig, konzentriert, interessiert, spricht nichts, sondern führt nur meine Befehle aus ! Wie man sich täuschen kann. Uebers Toggi, ca. bei Glarus switch der Piloten in der Luft, die fanden das sauglatt da in der C182 herumzusteigen ! Der 16-jährige Matthias dasselbe: „ke Schnurre abenang“, steigen, sinken, sogar 360, kein Problem ! Landung um 11.50h in LSZR (before the f... airport closes !)
Alles in Allem ein sehr befriedigendes Erlebnis und ich habe das Gefühl etwas für die Jugend getan zu haben, auch im Namen der FPZ, die ich immer wieder überall erwähnt und auch auf die Zertifikate geschrieben habe (obschon ich leider nicht die CCA geflogen bin – man möge mir das verzeihen).
Kollegen: das nächste Jahr machts der AeCs bestimmt wieder: meldet Euch !