Der
seepolizeiliche Ausbildungstag der Gruppe Schmied am 21. Mai 2001 endete
dieses Jahr mit dem einmaligen Erlebnis, die Untiefen des Zürichsees aus dem
Flugzeug zu betrachten und so wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen.
Von Alexander Bär, Seepolizei
Zur seepolizeilichen Ausbildung gehört nebst viel Spezialwissen auch die Gewässerkenntnis. Jeder Seepolizist kennt den Zürichsee sowie seine Ufer und weiss, wo sich unsichtbare Hindernisse versteckt halten. Diese Gewässerkenntnisse müssen im Laufe der Dienstjahre so weit vertieft werden, dass die Seepolizisten buchstäblich jeden Quadratmeter „ihres“ Sees kennen. Dies darum, weil bei Bergungsaktionen in seichtem Wasser stets die Gefahr besteht, auf Grund aufzulaufen und somit das eigene Schiff oder gar dessen Besatzung zu gefährden. Zwar beträgt die tiefste Stelle des Zürichsees beachtliche 143 Meter, doch weite Teile des Sees sind nicht mehr als zwanzig Meter tief. Die wichtigsten Untiefen werden darum von Zeit zu Zeit als Teil des Ausbildungsprogramms genauer betrachtet.
![]() |
![]() |
Nachdem wir mehr als zehn Untiefen wie „Stierenkuh“ (vordere Au), „Ramenstein“
(Männedorf) oder „Stäfnerstein“ (Stäfa) aus der Nähe besichtigt hatten
und uns einiges über die dort dicht unter der Wasseroberfläche lauernden
Gefahren erläutert worden war, liefen wir mit unserem Weidling gegen 12.30
Uhr den Hafen beim Sportflugplatz Wangen bei Lachen/SZ an, um dort das
Mittagessen einzunehmen. Unser Gruppenchef Christoph Schmied wartete nach der
wohlverdienten Mahlzeit mit einem „Highlight“ der besonderen Art auf. Ohne
unser Wissen hatte er mit dem Präsidenten der Flugsportgruppe Polizei Zürich
(FPZ) - Robert Wuillemin - einen Rundflug zwecks Untiefenbesichtigung aus
luftiger Höhe vereinbart. Die Überraschung war perfekt und die Vorfreude auf
das bevorstehende kleine Abenteuer dementsprechend gross. Nachdem die vierplätzige,
200 PS starke „Cessna Hawk 172 XP“ startklar gemacht und die Flugscheine
ordnungsgemäss ausgefüllt waren, durften sich die ersten drei Mann kurz vor
13.45 Uhr von „Flugkapitän“ Robert Wuillemin endlich in luftige Höhen führen
lassen.
![]() |
![]() |
Bei strahlend blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein führten die zweimal gut 40 Minuten dauernden Flüge in rund 2000 Fuss Höhe vorerst entlang des rechten Seeufers nach Zürich. Die Untiefen waren dank des klaren Wassers gut sichtbar und konnten in ihrer stolzen Grösse genau gemustert werden. Über dem Zürcher Seebecken wendete die Cessna elegant ans linke Seeufer und flugs ging's wieder Richtung Obersee. Über Au/Wädenswil führte der Flug Richtung Samstagern und dem Lauf der Sihl entlang bis zum Sihlsee. Interessant ist, dass die Sihl ab Schindellegi topographisch kurios im Hang nach Sihlbrugg fliesst, statt sich den einfacheren Weg über Richterswil in den Zürichsee zu suchen. Nach einem kurzer Schwenker nach Einsiedeln kehrten wir via Wägital zurück in den Bezirk March nach Lachen. Auf den Flügen konnten wir wertvolle Erkenntnisse gewinnen und unser Wissen über die Untiefen des Zürichsees weiter vertiefen. Ebenso war gut ersichtlich, warum bei einem Bruch der Staumauer des Sihlsees ein grosser Teil der Flutwelle via Schindellegi in den Zürichsee fliessen würde. Auch gut zu wissen, dass bei den Sportgruppen der Kantonspolizei Zürich eine Flugsportgruppe existiert.
![]() |
![]() |
Dem Präsidenten der FPZ sei für dieses einmalige Erlebnis hier nochmals herzlich gedankt.